Mit dem Skateboard ins Dynamowerk: Der neue Startup Incubator sorgt für frischen Wind bei Siemens

Wie cool ist das denn: Siemens reist nicht nur ins Silicon Valley oder baut Innovationszentren fern von der Zentrale, nein, Siemens holt die Gründer zu sich in die Halle!

Die einen haben den Platz, die anderen die Ideen. Jetzt haben einige kreative Köpfe von Siemens sowie von der HWR (Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin) das Kluge mit dem Naheliegenden verbunden, nämlich die aktive Förderung von Gründerideen direkt am Industriestandort Siemensstadt: Mit einem gemeinsamen Coworking Space und Inkubator, der ganz nebenbei frischen Wind in die zunehmend leerstehenden Werkshallen und Backsteingebäude bringen wird.

Gestern Abend luden die jungen Gründer zum „UX-Testing des Startup-Incubators“ ein.

Nachdem die Jungunternehmer, moderiert durch Christian Gurol als Leiter des Startup Incubators, ihre Produktideen kurz auf der Bühne präsentierten, ging es an die Biertische der jeweiligen Startups, wo nun intensiv getestet und diskutiert wurde.

So waren unter anderem Prototypen von Supplets zu bestaunen, die bei der Heimautomatisierung unterstützen sollen, es wurde kalter Kaffee getestet und für gut befunden; oder die App Hellocoach, die Sporttrainern eine professionellere Betreuung ihres Sportteams ermöglichen soll.

Und selbstverständlich gab es, wie in jedem anständigen Berliner Coworking Space, Pizza und Clubcola für alle.

Die Frage, was traditionelle Unternehmen von Startups lernen können, wird dieser Tage viel diskutiert. Vielleicht gibt es die Frage ja auch in umgekehrter Richtung: Auch Werner von Siemens, seinerzeit noch ohne „von“, begann seine Startup Karriere in einem Schöneberger Hinterhof – interessanterweise nicht weit von der heutigen HRW entfernt. Insofern gibt es natürlich, neben der 180jährigen Firmentradition, auch eine eigentlich „coole“ Gründungsgeschichte von Siemens, die halt nur schon etwas länger zurück liegt, die aber die DNA von Siemens sicher bis heute prägt.

In Siemensstadt gibt es einen hochtechnisierten Maschinenpark und einen unfassbar großen Schatz an Erfahrungswissen von Fertigungsmitarbeitern und Ingenieuren. Geplant ist daher, dass die Jungunternehmer im Austausch und in Kooperation mit den Mitarbeitern des Standorts auch dieses Equipment nutzen dürfen. Insofern kann aus dem Startup Incubator Berlin am Standort Siemensstadt aus meiner Sicht etwas ganz Besonderes werden: Die gelungene Verbindung von traditionell und agil, von langjähriger Industrieerfahrung und Digitalisierung.

Zum Abschluss musste ich schmunzeln: Da entspann sich an einem der Biertische ein spannender Dialog zur technologischen Umsetzung einer Idee. Dabei meinte einer der Gründer schon fast verzweifelt: „Unser Problem ist, wir brauchen einen BWLer – wir sind zu sehr Ingenieure!“ Das ist eine Auffassung, die man bei Siemens eher selten vernimmt…

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